Das innere Kind – Spiel mit mir!

Du möchtest Kontakt zu deinem inneren Kind aufnehmen, weißt aber nicht wie? Du brauchst ein paar Ideen, wie du mit ihm spielen kannst? Du fragst dich, warum du das überhaupt tun solltest?

Dann werden dich meine Tipps und Übungen vielleicht interessieren. Es sind kleine Dinge, die du in den Alltag integrieren kannst. Denn die Erfahrung zeigt mir immer wieder, dass wir längere oder aufwendige Übungen meist gar nicht erst machen. Wann auch, wir haben ja keine Zeit 😉

Mein Fokus liegt in diesem Artikel auf dem Spielen, also ums Kind sein. Und nicht, was das innere Kind ist oder wie du dich mit ihm aussöhnen kannst. Dazu findest du einiges im Netz.

Vorab noch 3 Fragen, die mir immer wieder gestellt werden:

  1. Woher weiß ich, dass ich ein inneres Kind habe?

Ganz einfach… Weil jeder ein inneres Kind hat. Bei dem einen ist es aktiver, bei dem anderen ruhiger.

  1. Warum ist mein inneres Kind so ruhig?

Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Einer der häufigsten ist, dass es uns regelrecht abtrainiert wird. Leider…

Vielleicht kennst du Äußerungen wie „Das ist kindisch!“, „Reiß dich zusammen!“ „Dafür bist du schon viel zu groß!“ „Aus dem Alter bist du schon raus!“ „Sei nicht so albern!“

flower-meadow-276863_1280Ganz ehrlich… Würde ich diese Sätze immer wieder zu hören bekommen, würde ich mich auch zurück ziehen. Denn wenn man zu häufig abgewiesen wird, dann gibt man irgendwann auf und sucht sich etwas anderes. So geht es Erwachsenen und Kindern und natürlich auch dem inneren Kind. Anfangs ringt es vielleicht noch nach Aufmerksamkeit, bockt, ist traurig, trotzig oder wütend. Doch dann gibt es auf und resigniert.

  1. Warum ich überhaupt mit meinem inneren Kind Kontakt aufnehmen und spielen sollte?

– Weil es Spaß macht. Denn das Leben ist schon ernst genug, oder?!

– Weil es etwas mehr Leichtigkeit in dein Leben bringen kann.

– Weil es den positiven Nebeneffekt hat, dein Selbstbewusstsein, dein Selbstvertrauen und dein Selbstwert zu stärken. Wie das? Weil du mehr „bei dir bist“, auf dein inneres hörst, deinen Impulsen folgst, etwas für dich tust und dich somit von innen heraus stärkst.

Nun aber zu den Tipps und den Übungen… Los geht’s…

Tipp #1 – Nimm Kontakt mit deinem inneren Kind auf

Hast du schon mal beobachtet, wie jemand zu einem Kind Kontakt aufnimmt, das total in sein Spiel vertieft ist? Oder wenn es eingeschnappt ist? Ja, ja, da darf man sich manchmal ganz schön was ausdenken, um wieder mitspielen zu dürfen. Und genau darum geht es.

Horche in dich hinein. Nimm Kontakt mit deinem inneren Kind auf. Was will es? Was braucht es? Was möchte es machen? Was möchte es spielen?

Vielleicht hast du ja schon ein konkretes Bild von deinem inneren Kind in deinem Kopf. Bist du es, als du klein warst? Oder sieht es ganz anders aus?

Du hast keine Ahnung? Kein Problem! Dann kannst du folgendermaßen vorgehen: Also, angenommen, du hättest ein inneres Kind… Und angenommen dieses innere Kind würde etwas machen wollen… Was könnte das sein? Was würde es eventuell gerne spielen wollen? Was fällt dir da spontan ein?

Tipp #2 – Fange klein an

Suche dir eine Übung, die dir leicht fällt. Und dann kannst du dich peu à peu an weitere Übungen heran trauen. Vom Tanzen in den eigenen vier Wänden bis hin zum Tanzen auf der Blumenwiese 😉

Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Es muss nicht sofort sein. Du kannst auch erst einmal beobachten, was Kinder so machen, wenn sie ausgelassen spielen. Oder wie sichpocket-watches-436567_1280 Erwachsene benehmen, die scheinbar ausgelassen und „kindisch“ sind.

Ja, ja, ich höre jetzt schon einige Einwände wie „Aber was denken dann andere von mir?“ oder „Dafür habe ich keine Zeit“ oder „Das soll klappen?“. Und das ist auch völlig okay.

Deshalb „fange klein an“ und taste dich vorsichtig heran. Mache es in deinem Tempo. Probiere es einfach mal aus.

Einige Übungen kannst du hinter verschlossenen Türen machen. Und wenn du dann so richtig Blut geleckt hast, ist es dir irgendwann völlig egal, was andere denken. Denn dann hast du so viel Spaß daran, dass du dich davon nicht abhalten lässt.

Tipp #3 – Nimm dir Zeit

Ich rede von 1-2 Minuten. Wenn du magst natürlich auch länger. Du brauchst dir dafür keine 10 Minuten am Tag frei schaufeln. Du kannst diese Übungen auch beim Duschen machen, wenn du die Spülmaschine ausräumst oder die Wäsche aufhängst. Es gibt viele Möglichkeiten. Oder an der Kasse im Supermarkt. An der Kasse? Ja! Sicher kannst du da auch tanzen und singen – das wäre sicher an Spaß für alle. 😉 Oder du stellst dir einfach vor, wie du beispielsweise auf einer wunderschönen Blumenwiese liegst oder tanzt. Das ist zwar lange nicht so lebhaft wie live, hat aber auch schon einen Effekt. Denn es entspannt. Dein Gehirn verbindet mit dem Bild etwas Positives und reduziert dadurch Stress.

Tipp #4 – Kinder – Profis an deiner Seite

Hole dir professionelle Unterstützung von einem Kind. Kinder sind nämlich gute „Alibis“. Du hast gleichzeitig eine „Ausrede“, warum du zum Beispiel albern bist, durch Pfützen rennst, durch den Rasensprenger hüpfst oder dich auf der Wiese im Kreis drehst.

Dazu eine kleine Geschichte: Unsere Straße ist noch unbefestigt und eine einzige Katastrophe. Besonders wenn es viel regnet. Dann bilden sich wirklich große Pfützen. Eines Tages stand ich morgens auf der Straße. Es hatte viel geregnet. Es war kalt, trist und grau und ich war genervt. Da stand ich nun. Mit dem Kinderwagen und dem „Großen“ auf seinem Laufrad. Wir mussten irgendwie zur nächsten Straße kommen. Möglichst trocken. Doch vor uns breitete sich eine wirklich große Pfütze aus. Nur auf der rechten und linken Seite gab es einen ganz schmalen Weg. In meinem Kopf trällerte ein Stimmchen „Nun fahrn wir übern See“. Wir kämpften uns so durch und kamen soweit trocken in der Kita an.

Nach der Kita nahmen wir Papier und bastelten kleine Schiffchen. Dann gingen wir raus, checkten die Windrichtung und ließen sie fahren…übern See… Machte das einen2015_Schiffchen uebern See Spaß!!! 🙂

Klar hätte ich das auch alleine machen können. Doch mit einem kleinen Jungen mit strahlenden Augen macht es doppelt so viel Spaß.

Tipp #5 – Lasse deinem Impuls freien Lauf

Dazu noch eine kleine Geschichte: Neulich sprang mein Mann beim Abendessen plötzlich auf, breitete die Arme aus und schmetterte ein Lied. Wer meinen Mann kennt, der weiß, dass er dafür eigentlich nicht der Typ ist. Er setzte sich wieder und sagte: „Mir war gerade so danach“. Wenn ich daran denke, muss ich immer noch lachen. 

Und genau darum geht es. Mir ist einfach danach, also mache ich es. Und zwar jetzt. Nicht später, nein sofort.

Ganz egal, was es ist. Lass es raus. Albernes Gekicher, barfüßig durch den Sommerregen tanzen, sommerliche Wasserschlachten, Sandburgen bauen und vieles mehr. Da fällt dir sicher auch etwas ein, oder?

Und nun noch ein paar Übungen als kleine Inspiration:

Übung #1 – Drehe dich im Uhrzeigersinn

girl-562156_1280Stelle Stell dich aufrecht hin. Strecke deine Arme seitlich aus. Halte sie parallel zum Boden. Die Handflächen zeigen nach unten. Nun drehe dich im Uhrzeigersinn. So schnell und so lange du möchtest.

Am Ende kannst du dich auf die Wiese, ins Bett, auf die Couch, den Teppich oder einen anderen weichen Platz fallen lassen. Oder bleibe stehen. Ein Trick um das Gleichgewicht wiederzufinden: Nimm bei der letzen Drehung die Hände vor dem Körper auf Brusthöhe zusammen und schaue auf die Daumennägel. Dadurch hast du einen Fixpunkt und kippst nicht um, obwohl dir wahrscheinlich noch schwindelig ist.

Einerseits macht das Drehen einfach Spaß, anderseits ist es eine energetische Übung. Denn du drehst dich dabei aus möglicher negativer Energie heraus.

Ob im Sommer oder Winter, du kannst Kinder immer wieder dabei beobachten. Sie drehen sich im Kreis bis sie nicht mehr können und gackernd umfallen. Wat‘n Spaß!

Übung #2 – Tanzen, hüpfen, klatschen, singen

Mache dir Musik an, am besten deine Lieblingsmusik. Und nun tanze, hüpfe, klatsche, singe,… Wenn du etwas Anlaufschwierigkeiten hast, kannst du dich erst einmal hinstellen und der Musik lauschen. Vielleicht schwingst du erst ein wenig hin und her oder tippst mit deinem Fuß im Takt. Fühle dich hinein. Wenn du magst, mache die Musik noch ein wenig lauter…

Übung #3 – Albern sein, kichern, lachen

Ein Lachen kann so ansteckend sein. Hast du schon mal ein richtig ansteckendes Lachen eines Kindes gehört? Wenn es kichert und gluckst? Und es ist ihm egal, was andere von ihm denken.

Lachen ist so gesund. Wenn du lachst, dann schüttet dein Gehirn Glückshormone aus. Und dadurch fühlst du dich noch besser. Wenn du dich also gut fühlen willst, dann lache! Oder beginne mit einem kleinen Lächeln.

Du hast nichts zum Lachen? Dann suche dir etwas! Oder befrage zum Beispiel youtube mit „Lachen Baby“.

All diese Dinge werden dir mit der Zeit immer leichter fallen. Und du wirst sehen… es tut soooooo gut.

So…das war’s von mir.

Hast du auch einen Tipp, wie du dein inneres Kind wach hältst bzw. mit ihm spielst? Oder eine Geschichte à la „Jetzt fahrn wir übern See“? Dann schreibe es doch hier in den Kommentar!

Viel Spaß beim Spielen und einen wunderschönen Tag wünscht dir

Karen Jahn

2015_Jahn_KarenKaren Jahn

www.assheuer-coaching.de

mail@assheuer-coaching.de

Karen Jahn unterstützt Menschen dabei, selbstbewusst aufzutreten, „ihre“ Ängste zu lösen und selbstbestimmt zu leben. Ihre Klienten finden insbesondere wegen Prüfungsangst, Rede- und Auftrittsangst oder einschneidenden Lebensereignissen den Weg zu ihr.

Karen Jahn ist Coach, wingwave-Coach, Hypnotiseur, Psychologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie kommt aus Berlin, ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder.

Was für ein WUNDERBARER  Beitrag von Karen!!! Bitte – nehmt Euch genau die Aufgaben vor, die Karen in ihrem Beitrag vorgegeben hat. Aufgabe 1-5 und Tipp 1-3. Das sind wundervolle Aufgaben für die kommenden Tage – zumal das Wochenende bevor steht.

Mit Freude zur Leichtigkeit – bekommt in diesem Beitrag eine ganz neue Betrachtungsweise!

Eure Sandra

One thought on “Das innere Kind!

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