Fast jede Frau (natürlich auch viele Männer) kennt das, wenn es ums Abnehmen geht. Es wird motiviert eine Diät angefangen und vielleicht nimmt man sogar ein wenig ab – doch dann stagniert alles und das Thema wird zäh, verlangt viel Geduld und Ausdauer. Es wird irgendwann frustriert aufgegeben.

Woran liegt es, dass wir so oft bei Thema Abnehmen „scheitern“?

Zum Einen liegt es daran, dass wir so oft zu viel und zu schnell von unserem Körper verlangen. Klar, wir wissen, dass wir ca. 7000 kcal. Defizit aufweisen müssen, um 1 kg Körpergewicht abzunehmen… und wir wissen auch, dass wir alle einen Grundumsatz haben , den wir in Form von Nahrung zu uns nehmen sollten. Doch – die Ungeduld kann so schlecht warten. Das Sommerkleid oder das Kleid für die große Familienfeier soll am Tage X passen!

Grundumsatz: Frauen:

24 x 0,9 x Körpergewicht in kg = Grundumsatz in kcal

Das bedeutet in diesem Beispiel folgendes:

70 Kg schwere Frau benötigt 24 x 0,9 x 70 = 1512 kcal

Ein Mann bei gleichem Gewicht braucht im Grundumsatz 10% mehr, da Männer einen 10% höheren Muskelanteil besitzen und Muskeln sind unsere „Brennöfen“

Desweiteren geben wir oft zu schnell auf, weil wir uns in der Diätphase zu sehr einschränken. Wir nehmen z.T. nur 800 – 1000 kcal. zu uns. Das liegt bei den meisten deutlich unter dem Grundumsatz. Und Grundumsatz bedeutet im Grunde das Mindestmaß an Kalorien, die ich verbrauche im Dauersitzen oder Dauerliegen. Doch wer sitzt schon dauernd, also ohne Unterbrechung? Genau – wir laufen herum, machen den Haushalt, gehen Einkaufen, mit dem Hund spazieren, fahren mit dem Rad die Kinder in den Kindergarten, arbeiten in einem „bewegten“ Beruf (Verkauf, Handwerk, Pflege usw.).

Leicht und schlank in den FrühlingDas alles bedeutet, dass unser Körper mit den wenigen Kalorien in einer Diät unterversorgt ist und ständig das Signal „Hunger“ aussendet. Der Körper hat dann Hunger auf gute Ernährung und ausreichend Kalorien. Er braucht keine Schokolade, den Döner auf die Hand oder die Pommes im Vorbeifahren vom Burger Riesen. Er braucht knackig, frische Lebensmittel. Denn in ihnen finden sich Vitamine, Spurenelemente usw., die unser Organismus wirklich braucht, um die schwere Aufgabe des Fettabbaus zu übernehmen. Das alles bedeutet, dass unser Körper mit den wenigen Kalorien in einer Diät unterversorgt ist und ständig das Signal „Hunger“ aussendet.

Nahrungsmittelergänzungen – müssen sie sein?

Über die Zugabe von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM)  wird viel diskutiert. Dies muss jeder für sich entscheiden. Ich bin klar dafür. Wichtig sind gute NEM’s. Sie müssen eine hohe biologische Verfügbarkeit aufweisen können, damit der Organismus etwas damit anfangen kann. NEM sind nicht dazu da, schlechte Ernährung auszugleichen! Sie sind, wie der Name schon sagt: Ergänzungen. Sie sollen unsere gesunde Ernährung aufbessern. Warum NEM’s?

  • Die heutigen Lebensmittel enthalten deutlich weniger Vitalstoffe als vor 20-30 Jahren (durch Überdüngung, Überzüchtung, lange Transport- und Lagerzeiten, Pestizidbehandlung etc.)
  • Bei Stress steigt der Vitalstoffbedarf ungemein. Und leider sind sehr viele Menschen heute sehr gestresst durch den Alltag.
  • Viele Menschen ernähren sich leider nicht mehr ausreichend gesund, da sie aus Zeitmangel (Stress/Überforderung) nicht mehr selber Kochen und Fertiggerichte, Fastfood usw. zu sich nehmen. Sie haben einen großen Nährstoffbedarf. Den können NEM’s nicht völlig ausgleichen, doch unterstützen.
  • Raucher haben erhöhten Bedarf
  • Schwangere Frauen
  • Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken
  • und Menschen, die viele Medikamente nehmen müssen

Es gibt ihn – den Hungerstoffwechsel – auch in unseren Breitengraden!

Der Organismus signalisiert uns ständig Hunger – Hunger auf Nahrung! Und wir gaben ihm zu oft Schokolade, Chips, Burger, Pommes und Co. Er schreit weiter „Hunger“ und wir gaben ihm nicht Äpfel, Kiwis, knackige Salate, zartes Biofleisch… Wir gaben ihm Nahrung aus Pappschachteln und Aluschalen, pulverisiert, gefriergetrocknet, übersalzen, verfettet, mit Formfleisch und Käse, der kein Käse ist. Im Grunde, wenn wir ganz ehrlich sind – mit Nahrungsmitteln hat das wenig zu tun. Eher mit Industriemüll.

Der Organismus lagert dann das Fett in die Depots für schlechte Zeiten. Wir leben zwar im Überfluss, doch eine knallharte Diät mit sehr wenig Kalorien am Tag sind für den Körper eine Notzeit! Und darauf reagiert er. Zuerst nimmt er fleißig ab, macht das, was wir uns wünschen, von ihm verlangen. Doch nach einiger Zeit reagiert unser Körper nicht mehr auf unseren Wunsch!

Das Notprogramm – die 500 kcal. Diät kann gar nicht funktionieren

Um die fehlende Energie aus der Nahrung auszugleichen, werden nicht mehr nur die Depots (Fettpolster) abgebaut, sondern in erster Linie die Muskeln. Leicht in den Frühling
In der Not wird somit der Energieverbrauch gesenkt. Muskeln verbrauchen nämlich sogar in Ruhe eine Menge Energie. Sie sind unsere Brennöfen. Diese Energie wird mit dem Abbau erster Linie eingespart. Außerdem wird durch die geringeren Muskeln verhindert, dass der abnehmwillige Mensch unnötig aktiv ist. Die verbliebenen Muskeln reichen zwar über einen langen Zeitraum für den Alltag, aber für mehr Aktivitäten nicht. Sport wird noch anstrengender empfunden und der Antrieb lässt nach. Die Körpertemperatur wird gesenkt, wir frieren ständig… Der Grundumsatz wird geringer. Gefährliche Folge, weil wir mit immer geringer werdendem Grundumsatz nach der Diät so unglaublich schnell wieder zunehmen können!

Auch beim Abnehmen gilt – der Weg führt zum Ziel

Es ist also sehr wichtig in einem Format abzunehmen, in dem die wirklichen Bedürfnisse des Körpers ernst genommen werden. Keine strenge Diät, sondern eine langfristig angelegte Ernährungsumstellung. Langfristig ist für den Organismus wichtig aber auch für unsere innere Einstellung und Umstellung. Denn auch der Geist braucht Zeit, das Neue anzunehmen, die alten Trampelpfade zu verlassen.

„Abnehmen beginnt im Kopf“, so heißt es. Ja, stimmt! Aber der Beginn ist nur ein Beginn. Abnehmen im Kopf auch beibehalten und bei erreichtem Wunschgewicht soll der Kopf auch helfen, das Erreichte beizubehalten. Das erreichte Gewicht und die erreichten neuen Ernährungsgewohnheiten! Dies ist Thema in Teil II.

Mit Freude zur Leichtigkeit!

Eure Sandra


10 thoughts on “Warum kann ich nicht abnehmen? (Teil I)

  1. Liebe Sandra,

    toll wie Du dieses „Reitzthema“ Körpergewicht angehst. Du betrachtest mehrere Perspektiven und das gefällt mir. Ich bekomme auch diese Signale und übersetzte sie mit „Nutella würde mir helfen“ Als hilfsbereiter Mensch komme ich dem Wunsch natürlich nach 😉 und kann ein Lied über die Folgen singen. Auch wenn es in meinem Lied,nicht immer um das Gewicht geht, gibt es einige Strophen über Meinungsverschiedenheiten mit Galle, Darm und co. Bin gespannt auf den Artikel zu den Gewohnheiten. Bis dahin viele orangene Grüße von Kristiane

    • Ja, Nutella hilft – dem Depotfett auf den Hüften, dem Popo und Bauch. Kohlenhydrate (z.B. Zucker) ist schon ein komplexes Thema, zu dem nicht alle die gleiche Meinung haben. Ich denke, da muss jeder auf seinen Körper hören, in ihn hinein fühlen. Mir selber schmecken Kohlenhydrate total lecker, doch meiner Figur tun sie nicht gut. Besser ich schränke sie stark ein. Sagt auch mein Darm übrigends. 🙂

  2. Was fuer ein Geschenk – dieser Beitrag! Da ist ALLES WICHTIGE drin – kurz, knackig und plausibel erklaert. Wer das umsetzt, kann NUR gewinnen! DANKE!!!

  3. Liebe Sandra, das ist schön, anschaulich beschrieben. Mir gefällt, wenn Texte so geschrieben sind ,das Jedermann und Jederfrau sie gerne lesen kann. Ich freue mich auf Teil 2. Danke. Liebe Grüße. Anja

  4. Wunderbarer Artikel, der genau beschreibt, wie der Körper auf Hunger reagiert. Er schreit förmlich nach etwas Essbarem. Und der Mensch, bequem wie er is(s)t, greift schnell zu etwas verfügbarem – meist Kohlehydrate in ungesunder Form … Frittiert, paniert, tot.
    Die Überdüngung der Böden , Monokulturen ,… all dies sorgt dafür, dass der Nährstoffgehalt der Leben(!)smittel immer mehr sinkt.
    Deshalb kann ich das Substituieren von Nahrungsergänzungsmitteln unterstreichen. Oder der Umstieg auf Bio. Wobei auch hier schon nicht mehr genug Nährstoffe vorhanden sind.
    Ich wünsche dieser Seite eine große Verbreitung , da sie sehr aufklärt und informiert.
    Danke!
    Angelika
    PS. Die Umsetzbarkeit in den Kochkursen, gerade auch für Kinder, ist eine tolle Idee, die hoffentlich bald Schule macht!

  5. Liebe Sandra,
    Deine Haltung zu diesem Thema würde ich mir von mehreren Kollegen wünschen. Das Lesen des Artikels hat mir echt Spaß gemacht! Du betrachtest unterschiedliche Facetten und beleuchtest sie sehr anschaulich.

    Freue mich daher schon auf künftige Beiträge :-)!
    Herzliche Grüße aus dem Süden
    Tanja Falge

  6. Liebe Sandra
    Ein riesiges Kompliment für diesen Artikel – da ich mich als dipl. Fitnesstrainerin und dipl. Hypnosetherapeutin mit diesem Thema sehr oft und viel beschäftigt und meine Klienten genau wie Du eingehend über diese Themen vor der Hypnose aufkläre kann ich aus vollster Ueberzeugung sagen, ich ziehe meinen Hut vor Dir – Du hast dieses „schwierige Thema“ sehr anschaulich und gut erklärt – Deine Erklärungen sind professionell und doch auch aus dem wahren Leben. Es geht immer um Körper – Seele – Geist – ich würde jederzeit bei Dir eine Sitzung buchen – da Du empathisch und fachlich top bist. Weiter so und ich werde voller Freude weiterhin Deinen Blog verfolgen und weiter empfehlen – Sei ganz lieb aus der Schweiz gegrüsst. Herzlichst Fränzi

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