Für alle, die lieber hören statt lesen – hier auch als Podcast!

Was hat die Psyche mit dem Abnehmen zu tun? Beginnt Abnehmen wirklich im Kopf?

Doch zu all den biologisch bedingten Abläufen unseres Körpers, die ich in Teil I beschrieben habe, spielt die Psyche eine sehr große und auch entscheidende Rolle! Begonnen wird eine Diät zumeist mit: „Ich muss“ – „Ich sollte“… Also mit Zwang. Zwang ist recht kontraproduktiv. Meist entsteht daraus das Gegenteil. Kennen wir das nicht irgendwie alle? „Ab morgen“, so nehme ich mir vor, „esse ich keine Schokolade mehr!“ – Und? Was passiert? Genau!!! Ich denke ständig an Schokolade. Selbst, wenn ich vorher gar nicht so oft davon gegessen habe. Ab dem Zeitpunkt des inneren auferlegten Zwanges keine Schokolade mehr zu essen, denke ich so oft wie es mir möglich ist an Schokolade. Kann gut sein, ich schaffe es ein paar Tage zu widerstehen, vielleicht auch drei Wochen. Doch irgendwann geht es nicht mehr anders und ich esse sie – die ganze Tafel Vollmilchschokolade , die Schachtel Trüffel von letztem Geburtstag oder die Tüte Chips, mit schlechtem Gewissen!? Mit Ärger über mich selbst, weil ich es mal wieder nicht geschafft habe? Mit innerer „Schimpf und Schande“ esse ich gefrustet bis mir fast schlecht wird.

Ich bin halt zu blöd und disziplinlos…

unperfekt schön!

unperfekt schön!

Und wieder denke ich, dass ich keine Disziplin habe, zu blöd bin abzunehmen, sowieso nie was schaffe usw. usw. Ich schimpfe im Inneren mit mir so gut ich nur kann! Und das kann ich gut! Du auch? Und ehrlich: Würdet Ihr je SO mit jemanden anderes reden oder gar schimpfen? – Also, ich eher nicht. Damit würde ich mir den liebevollsten Menschen in meiner Umgebung mit großer Sicherheit irgendwann vergraulen. Und ich vergraule mich auch.

Ja, Ihr lest es richtig! Ich vergraule mich selber, wenn ich so mit mir umgehe. Überlegt doch einmal: Wenn ich so mit mir schimpfe, mich so schlecht und klein mache… Warum sollte zum Dank dafür mein Körper Gewicht abnehmen, schön, vital und schlank werden? Was macht er? Das, was ich auch machen würde, wenn jemand anders so mit mir umgehen würde. Blocken, Zicken und das Gegenteil machen oder bestenfalls – nichts. Also stehen wir auf der Stelle und hadern mit unseren Schicksal.

Aber was soll ich machen, damit mein Körper endlich Gewicht loslässt?

Es ist nicht die einfachste Übung… Das Abnehmen im Kopf beginnt mit Selbstakzeptanz, Selbstannahme, Selbstliebe… Obwohl oder gerade weil ich so bin, wie ich bin. Mit meinem Übergewicht und meinem Spiegelbild, welches ich nicht leiden kann. Mit der Kleidergröße aus der XXL-Abteilung, der Queensize-Abteilung, der „Big is beautiful“-Abteilung. Mich einmal völlig wertfrei annehmen. So, wie andere Menschen es in meiner Umgebung auch machen. Mein Mann, meine Tochter, Freunde und Freundinnen. Ich weiß, in jeder Familie gibt es jemanden, der Dich immer und immer wieder auf Dein Gewicht anspricht und gute Ratschläge gibt. Und es ist extrem verletzend!

Wenn ich mich selber nicht leiden kann – warum sollten es meine Mitmenschen?

Dennoch, wenn ich mich selber nicht annehmen kann – wie sollen es denn die anderen tun? Jeder von uns strahlt sein gutes oder weniger gutes Selbstverständnis nach außen. Und die Anderen um uns herum nehmen es wahr. Es ist ein Lernprozess sich selber anzunehmen, zu akzeptieren und zu lieben. Es ist möglich. Es bedeutet nicht, dass ich dann so übergewichtig bleibe wie ich bin. Nein, es bedeutet nur, dass ich mich annehme und die Möglichkeit habe, mein Gewicht zu normalisieren. In Achtsamkeit und Selbstakzeptanz. Gewahrsein!

Gewahrsein bedeutet, alles Wahrgenommene in seiner einzigartigen Individualität zu respektieren

zusammengehören... mein inneres und erwachsenes Ich

zusammengehören… mein inneres und erwachsenes Ich

Das klingt wunderbar, oder? Alles Wahrgenommene in seiner einzigartigen Individualität zu respektieren… Genau das meine ich. Und damit eröffnet sich eine neue Welt zu Dir und Deinem Selbst. Es ist nicht nur ein Spruch für Facebook und Co. Du bist einzigartig! Mit jeder Faser Deines Seins.

Warum hindere ich mich nun immer wieder beim Abnehmen?

Oft hindert uns aber einiges daran, uns selber anzunehmen, zu akzeptieren und uns selbst zu lieben. Das sind Blockaden tief in unserem Inneren. Blockaden aus Erlebnissen, Blockaden aus negativen Glaubenssätzen. Ganz viele „Abers“, die uns blockieren. Ich sage zu meinen Klientinnen immer, dass jedes „Aber“ ein Stück Mauer mehr ist, welche sie um sich herum bauen. Und das gilt es näher zu beleuchten, betrachten, erkennen…

Dem inneren verletzten Kind alles das geben, was es dringend braucht

Dieses innere verletzte Kind, welches so viele von uns in sich tragen… welches sich verletzt, ungeliebt, allein gelassen fühlte… dem immer wieder gesagt wurde, dass aus ihm eh nie etwas würde. Dem gesagt wurde, dass es – wem auch immer – eh nie das Wasser reichen könne. Dem inneren verletzten Kind, welches in der Schule immer gemobbt wurde. Die Liste dazu könnte endlos weiter geschrieben werden…

Das innere verletzte Kind trösten, es umarmen, lieben und ihm sagen, dass es wundervoll ist, genauso richtig ist, wie es ist… eine unglaublich wunderbare Möglichkeit von innen heraus wieder eins zu werden. Es ist Balsam für die Seele, für das Herz…

Endlich Gewicht loslassen!

Wenn dieser Prozess endlich wachsen und werden kann, steht der Gewichtsabnahme, dem Loslassen von überschüssigen Pfunden nichts mehr im Wege. Manchmal puzeln die Pfunde ganz schnell, in erstaunlicher Geschwindigkeit. Ein anders Mal lässt sich die Seele mehr Zeit. Doch sich innerlich wieder EINS zu fühlen, ist so schön, dass plötzlich die Abnahme nicht mehr im Vordergrund steht.

Mit Freude zur Leichtigkeit!

Eure Sandra

20 thoughts on “Warum nehme ich nicht ab (Teil II)

  1. Ein wirklich toller Bericht, der genau ins Schwarze trifft. Man findet sich im dem Geschriebenen wieder und denkt sich: „Genau, so ist das bei mir auch, so fühle ich mich auch oft.“
    Ich mir sicher, dass man bei Sandra Cugier mit seinem Gewichts-/Ernährungsproblem gut aufgehoben ist und verstanden wird.

  2. Sehr gut geschriebener Artikel zu einem Thema was so viele Menschen täglich und oft viel zu viel beschäftigt.

    Oft schafft man es nicht allein die alten schlechten Gewohnheiten loszulassen und durch neue gesunde zu ersetzten und dann ist es gut, wenn man sich Hilfe sucht um Blockaden zu lösen um dann dauerhaft in eine neue gesunde und schlanke Zukunft zu starten.

    Ich für mich schwöre auf die Unterstützung mit Hypnose!

  3. Hey, mit Begeisterung habe ich deinen Bericht gelesen und danke, dass ich so eine neue Sichtweise über das Abnehmen bekommen habe. Ein guter Start für meine geplante Diät, glg

  4. Liebe Sandra, voll ins Schwarze getroffen! Ich war doch gar nicht bei Dir, als Du geschrieben hast – oder hab ich da was verpasst? …. Nee.nee , Spass beiseite. Ich hatte das gefühl, du schreibst über mich. Super gelungen! Tolle Fakten, toll aufbereitet und super ansprechend formuliert. Hut ab! Weiter so!
    und übreigens…. ich stehe auch auf hypnotische Unterstützung!
    Liebe Grüße Ute

  5. Liebe Sandra, toller Artikel! Das Thema Abnehmen ist ja auch bei mir und in meiner Praxis präsent. Dein Artikel zeigt deutlich, wieso wirklich die Selbstannahme so wichtig ist um erfolgreich (mit Hypnose) abnehmen zu können.
    Bitte mehr solcher Artikel 🙂
    Alles Liebe aus Essen
    Sonja Lang

  6. Danke Sandra für diesen tollen Artikel. Als ehemalig selbst betroffene Gefühlsesserin kann ich dem Inhalt des Artikels nur voll zustimmen. Weiter so. LG Michaela

  7. Hallo Sandra,
    das kann ich zu 100% bestätigen, was du beschreibst. Ich arbeite mit Hypnose und habe fast täglich Frauen bei mir in der Praxis, die nicht abnehmen, obwohl sie genau wissen, wie es (eigentlich) geht. Nach dem Lösen der Blockaden und somit dem Loslassen des seelischen Ballasts, der meist aus der Kindheit oder frühen Jugend stammt, kann auch der Körper seinen Ballast ablegen. Hypnose ist so eine wunderbare Methode, wieder zu sich selbst zu finden.
    Ich freue mich auf deinen weiteren Artikel!
    Herzliche Grüsse aus der Schweiz, Sandra

  8. Liebe Sandra
    hier triffst Du den Nagel auf den Kopf und ich denke, ganz viele werden sich in Deinem Text wiederfinden!!
    ich arbeite ja selber auch mit Hypnose (in meiner Praxis) und was Du beschreibst, begegnet mir täglich! Blockaden, Glaubenssätze egal wie lange man diese schon hat, sind grosse Hemmer um auch das Gewicht abzugeben!
    Ich freue mich auf weitere Artikel von Dir und wünsche Dir und Deinen Kunden / Kundinnen viel Erfolg beim Loslassen!!!
    Herzliche Grüsse aus der Zentralschweiz
    Tanja Klaus

  9. Liebe Sandra,

    mit dem Ab-Nehmen ist oftmals genau das verbunden, was Du so vortrefflich beschrieben hast. Das Lösen der inneren Barrieren ist der Knackpunkt. Oft registriere ich dieses verletzte innere Kind, dem die Umarmung, die An-Nahme und Aufmerksamkeit, Akzeptanz… fehlen. Das Sich-selbst-Annehmen führt zum Abnehmen 🙂

    Liebe Grüße,
    Heike

  10. Sandra,

    Vielen lieben Dank für diesen tollen Blogartikel. Du erklärst die Zusammenhänge so einleuchtend. Ich glaube, dass sich jeder wieder finden kann. Denn gerade dieses innere verletzte Kind tragen wir alle in uns und so versuchen wir alle etwas anders diese Verletzungen zu kompensieren, manche mit Essen, andere mit anderen Verhaltensweisen. So führt Selbstakzeptenz und Fürsorge für sich selbst zur Ganzheit mit Leichtigkeit.
    Danke!

    • Ich freue mich, danke, Nicole. In meinem Text stecken meine eigenen Erfahrungen und die, die ich in der Begleitung mit meinen Klientinnen gemacht habe.

      Liebe Grüße und mit Freude zur Leichtigkeit,
      Sandra

  11. Sehr schöner Artikel. Besonders der letzte Satz „Doch sich innerlich wieder EINS zu fühlen, ist so schön, dass plötzlich die Abnahme nicht mehr im Vordergrund steht.“ erlebe ich sehr häufig bei meinen Gewichtsreduktions-Klienten. Sich annehmen, so wie ich bin, mich lieben und akzeptieren – so wie ich bin…..wundervoll!

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